Filme von Tom Schilling

Filme von Tom Schilling 10 sehenswerte Filme im Überblick

Zu den bekanntesten Filme von Tom Schilling gehören „Crazy“, „Napola – Elite für den Führer“, „Oh Boy“, „Who Am I – Kein System ist sicher“ und „Werk ohne Autor“. Für einen ersten Filmabend empfiehlt sich „Oh Boy“, wenn du leise Komik magst. Wer Spannung sucht, kann mit „Who Am I“ beginnen; für ein großes historisches Drama bietet sich „Werk ohne Autor“ an.

Schillings Filmografie reicht von Jugendgeschichten über gesellschaftliche Satiren bis zu anspruchsvollen Literaturverfilmungen. Diese Auswahl stellt zehn seiner sehenswerten Kinofilme vor, erklärt seine jeweiligen Rollen und hilft dir, einen Film passend zu deiner Stimmung zu finden. Die Reihenfolge ist chronologisch und keine Rangliste.

Überblick

Die Jahresangaben orientieren sich am deutschen Kinostart. Produktionsjahr und Festivalpremiere können davon abweichen.

FilmJahrRolle von Tom SchillingGenre und Schwerpunkt
Crazy2000Janosch SchwarzeJugenddrama über Freundschaft und Erwachsenwerden
Napola – Elite für den Führer2005Albrecht SteinHistorisches Drama über Anpassung und Gewissen
Oh Boy2012Niko FischerTragikomödie über einen ziellosen Tag in Berlin
Who Am I – Kein System ist sicher2014Benjamin EngelHackerthriller über Identität und Manipulation
Suite Française – Melodie der Liebe2015Kurt BonnetHistorisches Liebes- und Kriegsdrama
Werk ohne Autor2018Kurt BarnertKünstlerdrama vor deutscher Zeitgeschichte
Die Goldfische2019OliverEnsemblekomödie mit Roadmovie-Elementen
Lara2019ViktorFamiliendrama im Umfeld klassischer Musik
Fabian oder Der Gang vor die Hunde2021Jakob FabianLiteraturverfilmung im Berlin der frühen 1930er-Jahre
Die stillen Trabanten2022JensEpisodendrama über Einsamkeit und Nähe

Frühe Filme Wie Tom Schilling bekannt wurde

1. Crazy: Freundschaft, Unsicherheit und die erste Liebe

„Crazy“ gehört zu den entscheidenden frühen Filme von Tom Schilling Karriere. Die Verfilmung des Romans von Benjamin Lebert entstand unter der Regie von Hans-Christian Schmid. Im Mittelpunkt steht Benjamin, gespielt von Robert Stadlober, der an ein Internat kommt und dort seinen Platz finden muss.

Schilling spielt Janosch Schwarze, einen Mitschüler, der für Benjamin zu einer wichtigen Bezugsperson wird. Seine Figur wirkt selbstbewusster als der zurückhaltende Neuankömmling, bringt aber eigene Widersprüche mit. Aus dieser Beziehung entwickelt sich eine Geschichte über Zugehörigkeit, Mutproben und die Unsicherheit des Erwachsenwerdens.

2. Napola – Elite für den Führer: Eine Freundschaft unter Druck

In Dennis Gansels historischem Drama spielt Schilling Albrecht Stein, den sensiblen Sohn eines NS-Funktionärs. An einer nationalsozialistischen Eliteschule begegnet Albrecht dem begabten Boxer Friedrich, dargestellt von Max Riemelt.

Während Friedrich zunächst soziale Aufstiegsmöglichkeiten erkennt, leidet Albrecht unter der Härte und den Erwartungen des Systems. Die Freundschaft verbindet zwei junge Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Zugleich macht sie sichtbar, wie eine Institution Mitgefühl unterdrückt und bedingungslosen Gehorsam verlangt.

Schillings zurückhaltendes Spiel gibt Albrechts innerem Konflikt Gewicht. „Napola“ eignet sich für Zuschauer, die historische Dramen mit einem klaren Blick auf persönliche Verantwortung suchen. Wegen seiner Gewalt und psychischen Belastung ist er allerdings keine leichte Abendunterhaltung.

Zwischen Großstadtkomödie und Thriller

3. Oh Boy: Ein Tag in Berlin ohne klare Richtung

Wer nur einen Filme von Tom Schilling auswählen möchte, findet in „Oh Boy“ einen besonders guten Ausgangspunkt. In Jan-Ole Gersters schwarz-weiß gedrehter Tragikomödie spielt er Niko Fischer, einen jungen Mann, dessen Leben ins Stocken geraten ist.

Niko bewegt sich durch Berlin, begegnet seinem Vater, alten Bekannten und Fremden und versucht nebenbei, einen Kaffee zu bekommen. Die scheinbar nebensächlichen Begegnungen ergeben das Porträt eines Menschen, der lieber beobachtet, als Entscheidungen zu treffen.

Der Humor entsteht aus Pausen, Missverständnissen und unangenehmen Situationen. Gerade deshalb passt Schillings feines, oft wortarmes Spiel so gut zur Figur. Unter dem trockenen Witz liegen Fragen nach Verantwortung, Selbsttäuschung und dem Gefühl, den Anschluss zu verlieren.

International ist der Film auch unter dem Titel „A Coffee in Berlin“ bekannt. Das ist bei der Suche in fremdsprachigen Filmkatalogen hilfreich.

4. Who Am I – Kein System ist sicher: Anerkennung im digitalen Untergrund

Mit „Who Am I“ zeigt Schilling eine deutlich andere Seite. Im Thriller von Baran bo Odar verkörpert er Benjamin Engel, einen sozial unsicheren Computerexperten, der sich einer Hackergruppe anschließt.

Die Aktionen der Gruppe werden zunehmend riskanter. Benjamin erlebt erstmals Zugehörigkeit und Aufmerksamkeit, gerät dabei aber in ein Spiel aus Selbstdarstellung, Täuschung und Kontrollverlust. Der Film übersetzt digitale Vorgänge in anschauliche Bilder und verbindet sie mit einer Geschichte über das Bedürfnis, jemand Besonderes zu sein.

5. Suite Française Melodie der Liebe Eine internationale Nebenrolle

„Suite Française“ spielt im von Deutschland besetzten Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Die zentrale Liebesgeschichte wird von Michelle Williams und Matthias Schoenaerts getragen. Schilling ist als deutscher Soldat Kurt Bonnet zu sehen.

Seine Figur gehört zum bedrohlichen Umfeld der Besatzung. Damit unterscheidet sich die Rolle deutlich von den nachdenklichen, häufig verletzlich wirkenden Hauptfiguren, mit denen viele Zuschauer ihn verbinden.

Große Lebensgeschichten und persönliche Konflikte

6. Werk ohne Autor: Kunst, Erinnerung und deutsche Geschichte

In Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ übernimmt Schilling die Hauptrolle des Malers Kurt Barnert. Der Film begleitet ihn über mehrere Lebensphasen und politische Systeme hinweg.

Persönliche Erinnerungen, familiäre Verbrechen und künstlerische Selbstfindung greifen ineinander. Kurt sucht nach einer Ausdrucksform, die seinen Erfahrungen gerecht wird. Dabei steht seine Entwicklung in einem Spannungsverhältnis zu Menschen, die ihre eigene Vergangenheit verbergen oder umdeuten.

Die Figur weist Bezüge zur Biografie Gerhard Richters auf. Dennoch sollte der Film als fiktionales Künstlerdrama betrachtet werden und nicht als verlässliche Biografie des Malers.

Mit seiner Laufzeit von rund drei Stunden verlangt „Werk ohne Autor“ mehr Zeit als die meisten anderen Titel dieser Auswahl. Er passt zu Zuschauern, die weit angelegte Geschichten, historische Hintergründe und Fragen nach der Entstehung von Kunst mögen.

7. Die Goldfische: Eine Komödie über Kontrollverlust

In „Die Goldfische“ spielt Schilling den Banker Oliver, der nach einem Unfall querschnittgelähmt ist. Während seiner Rehabilitation trifft er auf eine Wohngruppe von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen.

Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine turbulente Reisegeschichte, in der Olivers eigennützige Pläne zunehmend aus dem Ruder laufen. Die Komödie von Alireza Golafshan arbeitet mit Gegensätzen zwischen seiner bisherigen Erfolgswelt und einer Gemeinschaft, deren Mitglieder sich nicht nach seinen Vorstellungen richten.

Schilling spielt hier einen ehrgeizigen, oft unsympathischen Mann, der Kontrolle gewohnt ist. Der Film ist eine Option für Zuschauer, die eine zugängliche Ensemblekomödie suchen. Sein teils grober Humor unterscheidet sich deutlich von der stilleren Komik in „Oh Boy“.

8. Lara: Ein Konzert und eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung

„Lara“ vereint Tom Schilling erneut mit Regisseur Jan-Ole Gerster. Im Mittelpunkt steht diesmal allerdings Corinna Harfouch als Lara. Schilling spielt ihren Sohn Viktor, einen Pianisten, der vor einem wichtigen Konzert steht.

Zwischen Mutter und Sohn liegen Erwartungen, Enttäuschungen und Verletzungen, die sich nicht einfach aussprechen lassen. Musik wird zum Schauplatz eines Konflikts darüber, wem Erfolg gehört und wie viel Einfluss Eltern auf das Leben ihrer erwachsenen Kinder nehmen dürfen.

Filme von Tom Schilling

Literaturverfilmungen und leise Begegnungen

9. Fabian oder Der Gang vor die Hunde: Liebe in einer unsicheren Zeit

Dominik Grafs Verfilmung von Erich Kästners Roman führt ins Berlin der frühen 1930er-Jahre. Schilling spielt Jakob Fabian, einen gebildeten Beobachter, der versucht, unter zunehmend schwierigen Bedingungen an seinen moralischen Maßstäben festzuhalten.

Berufliche Unsicherheit, Freundschaft und seine Beziehung zu Cornelia prägen die Handlung. Gleichzeitig verändert sich die Gesellschaft um ihn herum. Das private Leben lässt sich immer weniger von der politischen und wirtschaftlichen Lage trennen.

10. Die stillen Trabanten: Nähe abseits des großen Trubels

„Die stillen Trabanten“ von Thomas Stuber basiert auf Erzählungen von Clemens Meyer. Der Film verbindet mehrere Geschichten über Menschen, deren Alltag von Arbeit, Einsamkeit und flüchtigen Begegnungen geprägt ist.

Schilling spielt Jens, der einen Imbiss betreibt. Seine Geschichte ist Teil eines Ensembles, in dem sich Beziehungen vorsichtig entwickeln. Kleine Gesten und gemeinsame Momente erhalten Bedeutung, weil die Figuren ihre Wünsche nicht immer offen formulieren können.

Welcher Tom-Schilling-Film passt zu deinem Geschmack?

Für die Auswahl hilft eine einfache Frage: Möchtest du vor allem lachen, Spannung erleben oder in eine Lebensgeschichte eintauchen?

  • Für trockenen Humor und Berlin-Atmosphäre: „Oh Boy“.
  • Für einen spannenden Filmabend: „Who Am I – Kein System ist sicher“.
  • Für historische und moralische Konflikte: „Napola – Elite für den Führer“.
  • Für Kunst und eine große Lebensgeschichte: „Werk ohne Autor“.
  • Für eine leichtere Ensemblekomödie: „Die Goldfische“.
  • Für intensive Familienbeziehungen: „Lara“.
  • Für Literatur und Zeitgeschichte: „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“.

Crazy aus dem Jahr 2000 brachte ihm größere Bekanntheit. Darin spielt er Janosch Schwarze an der Seite von Robert Stadlober.

Oh Boy ist eine gute Wahl, um sein zurückhaltendes Spiel und seinen trockenen Humor kennenzulernen. Für Thrillerfans empfiehlt sich „Who Am I“.

In „Who Am I – Kein System ist sicher“ spielt er Benjamin Engel, der sich einer Hackergruppe anschließt und in gefährliche Machenschaften gerät.

Fazit

Die sehenswerten Filme von Tom Schilling zeigen, wie unterschiedlich er Unsicherheit, Ehrgeiz und innere Konflikte darstellen kann. „Crazy“ macht seine frühen Qualitäten sichtbar, „Oh Boy“ stellt seine leise Komik in den Mittelpunkt und „Who Am I“ zeigt ihn in einem temporeichen Thriller. Mit „Werk ohne Autor“ und „Fabian“ kommen große historische Erzählungen hinzu. Starte mit dem Genre, das dich am meisten interessiert. Ein zweiter Film aus einer anderen Richtung macht anschließend besonders deutlich, wie vielseitig Schillings Arbeit ist.

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