Filme von Mia Goth Von Pearl bis Frankenstein
Zu den bekanntesten Filme von Mia Goth gehören „X“, „Pearl“, „MaXXXine“, „Infinity Pool“ und „Suspiria“. Ihre Filmografie reicht jedoch weit über Horror hinaus: In „Emma.“ spielt sie in einer Jane-Austen-Verfilmung, in „High Life“ im anspruchsvollen Science-Fiction-Kino. Zu ihren neueren Arbeiten zählen „Frankenstein“ von Guillermo del Toro und Christopher Nolans „The Odyssey“.
Wer ihre Arbeit kennenlernen möchte, kann mit „X“ beginnen und anschließend „Pearl“ sowie „MaXXXine“ ansehen. Wer auf drastischen Horror verzichten möchte, findet mit „Emma.“ einen ganz anderen Zugang.
Dieser Überblick stellt ihre wichtigsten Filme vor, erklärt die Zusammenhänge der „X“-Trilogie und hilft bei der Auswahl für den nächsten Filmabend. Größere Wendungen und Filmenden werden dabei nicht verraten.
Überblick
Die folgende Auswahl umfasst ihre zentralen Langfilmrollen. Die Jahreszahlen orientieren sich überwiegend an der ersten Veröffentlichung beziehungsweise Festivalpremiere; Kinostarts in einzelnen Ländern können davon abweichen.
| Jahr | Film | Rolle von Mia Goth | Genre |
|---|---|---|---|
| 2013 | Nymphomaniac: Vol. II | P | Drama |
| 2015 | The Survivalist | Milja | Endzeitthriller |
| 2015 | Everest | Meg Weathers | Katastrophendrama |
| 2017 | A Cure for Wellness | Hannah | Mystery-Horror |
| 2017 | Das Geheimnis von Marrowbone | Jane Marrowbone | Mysterydrama |
| 2018 | Suspiria | Sara | Horror |
| 2018 | High Life | Boyse | Science-Fiction-Drama |
| 2020 | Emma. | Harriet Smith | Literaturverfilmung, Komödie |
| 2021 | Mayday | Marsha | Fantasy-Drama |
| 2022 | X | Maxine Minx und Pearl | Slasher |
| 2022 | Pearl | Pearl | Psychologischer Horror |
| 2023 | Infinity Pool | Gabi Bauer | Science-Fiction-Horror |
| 2024 | MaXXXine | Maxine Minx | Horrorthriller |
| 2025 | Frankenstein | Elizabeth Lavenza und Claire Frankenstein | Gothic-Horror, Drama |
| 2026 | The Odyssey | Melantho | Mythologisches Abenteuer |
„X“, „Pearl“ und „MaXXXine“: Die zentrale Filmreihe
Die Zusammenarbeit mit Regisseur Ti West ist ein besonders guter Ausgangspunkt, um Mia Goth Schauspiel zu entdecken. Die drei Filme gehören zusammen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: ländlicher Slasher, psychologisches Charakterdrama und düsterer Hollywoodthriller.
„X“: Zwei Rollen in einem Film
„X“ spielt 1979. Eine kleine Filmcrew reist auf eine abgelegene Farm in Texas, um einen Erwachsenenfilm zu drehen. Zwischen den jungen Gästen und den älteren Besitzern entsteht eine zunehmend bedrohliche Spannung.
Mia Goth verkörpert sowohl die ehrgeizige Maxine Minx als auch die ältere Pearl. Diese Doppelbesetzung ist mehr als ein Maskeneffekt: Sie verbindet zwei Figuren, deren Verhältnis zu Jugend, Aufmerksamkeit und unerfüllten Wünschen den Film prägt.
Als Einstieg eignet sich „X“ besonders für Zuschauer, die einen klar aufgebauten Horrorfilm mit langsam wachsender Bedrohung suchen. Allerdings gehören explizite Sexualität und deutliche Gewaltdarstellungen zum Konzept.
„Pearl“: Der Traum vom großen Auftritt
„Pearl“ erzählt die Vorgeschichte der gleichnamigen Figur. Auf einer abgeschiedenen Farm träumt eine junge Frau davon, als Tänzerin oder Filmstar ihrer Umgebung zu entkommen. Familiäre Verpflichtungen und Enttäuschungen stehen diesem Wunsch entgegen. Mia Goth schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Ti West.
Der besondere Reiz liegt im Gegensatz zwischen der farbenfrohen Gestaltung und Pearls innerem Zustand. Hinter ihrem Wunsch nach Anerkennung treten nach und nach Verzweiflung, Neid und Aggression hervor.
Für einen ersten Eindruck von Goths darstellerischer Bandbreite ist „Pearl“ eine besonders gute Wahl. Die Figur verlangt schnelle Wechsel zwischen Hoffnung, Selbsttäuschung und emotionalem Zusammenbruch. Dabei bleibt der Film stärker auf seine Hauptdarstellerin konzentriert als „X“.
„MaXXXine“: Der Weg nach Hollywood
„MaXXXine“ führt Maxines Geschichte im Los Angeles der 1980er-Jahre weiter. Sie versucht, sich als Schauspielerin durchzusetzen, während eine Mordserie und ihre eigene Vergangenheit den erhofften Aufstieg bedrohen.
Der Ortswechsel verändert die Atmosphäre deutlich. An die Stelle der isolierten Farm treten Filmstudios, nächtliche Straßen und das Versprechen von Berühmtheit.
Wer vor allem Maxines Geschichte weiterverfolgen möchte, findet hier den passenden Abschluss. Der Film funktioniert außerdem als Blick auf eine Branche, in der Sichtbarkeit zugleich Chance und Gefahr bedeutet.
In welcher Reihenfolge sollte man die „X“-Trilogie sehen?
Für die erste Sichtung empfiehlt sich die Veröffentlichungsreihenfolge:
- „X“ – 2022
- „Pearl“ – 2022
- „MaXXXine“ – 2024
So lernt man zunächst die Figurenkonstellation aus „X“ kennen und erhält danach durch „Pearl“ zusätzliche Hintergründe.
Wer nach der zeitlichen Abfolge der Handlung schauen möchte, wählt dagegen:
- „Pearl“ – Handlung im Jahr 1918
- „X“ – Handlung im Jahr 1979
- „MaXXXine“ – Handlung im Jahr 1985
Beide Varianten sind nachvollziehbar. Für Einsteiger bewahrt die Veröffentlichungsreihenfolge jedoch eher die ursprünglich angelegte Entdeckung der Figuren.
Weitere Horror Filme von Mia Goth
„Infinity Pool“: Luxus ohne moralische Grenzen
In Brandon Cronenbergs „Infinity Pool“ trifft der Schriftsteller James, gespielt von Alexander Skarsgård, während eines Urlaubs auf Gabi. Mia Goths Figur zieht ihn in eine Welt, in der Wohlstand und eine verstörende technische Möglichkeit die Grenzen persönlicher Verantwortung verschieben.
Gabi ist dabei keine zurückhaltende Nebenfigur. Ihr Wechsel zwischen Verführung, Spott und Dominanz macht sie zu einer treibenden Kraft der Handlung.
Der Film passt zu Zuschauern, die verstörende Science-Fiction-Ideen und moralisch unangenehme Geschichten mögen. Als unkomplizierter Thriller für zwischendurch eignet er sich weniger: Körperhorror, sexuelle Inhalte und Kontrollverlust stehen deutlich im Vordergrund.
„Suspiria“: Tanz, Macht und Bedrohung
In Luca Guadagninos „Suspiria“ von 2018 spielt Goth die Tänzerin Sara. Der Film greift Dario Argentos Werk von 1977 auf, entwickelt daraus aber eine eigene, deutlich anders rhythmisierte Geschichte. Im Mittelpunkt steht eine Tanzinstitution, hinter deren Alltag sich eine unheimliche Ordnung verbirgt.
Wer hier vor allem schnelle Schockmomente erwartet, sollte sich auf einen langsameren Film einstellen. Tanz, Körperlichkeit, politische Atmosphäre und institutionelle Macht sind eng miteinander verbunden.
Goths Rolle ist besonders interessant, weil Sara nicht einfach am Rand des Geschehens steht: Ihre Aufmerksamkeit und ihre Beziehungen zu anderen Tänzerinnen tragen zur wachsenden Unruhe bei.
„A Cure for Wellness“: Unbehagen hinter schöner Fassade
Gore Verbinskis „A Cure for Wellness“ führt in eine abgeschiedene Schweizer Wellnessklinik. Ein junger Mitarbeiter soll seinen Vorgesetzten zurückholen, stößt jedoch auf merkwürdige Vorgänge. Mia Goth spielt Hannah, eine rätselhafte junge Bewohnerin der Einrichtung.
Die Empfehlung richtet sich vor allem an Fans opulenter Schauplätze und langsamer Mysterygeschichten. Gepflegte Räume, medizinische Rituale und die abgeschlossene Umgebung erzeugen ein Unbehagen, das den Film stärker bestimmt als ein hohes Erzähltempo.
Filme von Mia Goth außerhalb des klassischen Horrors
„Emma.“: Komik statt Schrecken
In Autumn de Wildes Jane-Austen-Verfilmung „Emma.“ spielt Mia Goth Harriet Smith an der Seite von Anya Taylor-Joy. Harriet gerät in die Verkupplungspläne der selbstbewussten Emma Woodhouse, deren Menschenkenntnis weniger zuverlässig ist, als sie selbst glaubt.
Hier zeigt Goth eine weichere, komische Seite. Unsicherheit, Herzlichkeit und der Wunsch nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit bestimmen ihre Figur.
Für Zuschauer, die ihre Arbeit kennenlernen möchten, aber Horror meiden, ist dies der naheliegendste Einstieg. Zugleich bietet „Emma.“ einen aufschlussreichen Kontrast zu den kontrollierenden oder aggressiven Figuren aus ihren späteren Genrefilmen.
„High Life“: Science-Fiction als menschliches Experiment
Claire Denis’ „High Life“ handelt von einer Gruppe Gefangener auf einer Weltraummission. Mia Goth spielt Boyse; zur Besetzung gehören außerdem Robert Pattinson und Juliette Binoche. Im Zentrum stehen Isolation, körperliche Selbstbestimmung und die Machtverhältnisse innerhalb einer abgeschlossenen Gemeinschaft.
Der Film setzt auf Atmosphäre und eine ungewöhnliche Erzählstruktur. Wer geradlinige Weltraumabenteuer erwartet, wird deshalb möglicherweise überrascht sein.
Interessant ist „High Life“ vor allem für Zuschauer, die Science-Fiction als Raum für schwierige menschliche Fragen verstehen. Trotz des anderen Genres ist er keineswegs eine leichte Alternative zu Goths Horrorfilmen.

„The Survivalist“: Spannung durch Knappheit
In „The Survivalist“ spielt Goth Milja, die mit einer älteren Frau bei einem isoliert lebenden Mann Schutz und Nahrung sucht. In einer zusammengebrochenen Welt wird jede zusätzliche Person zur Frage des Überlebens.
Die Inszenierung lebt von wenig Dialog und genau beobachteten Gesten. Vertrauen entsteht nur langsam und kann jederzeit zerbrechen.
Wer Goth vor ihrem großen Durchbruch entdecken möchte, findet hier eine wichtige frühe Hauptrolle. Der Film zeigt, wie viel Spannung durch Blicke, Schweigen und kleine Veränderungen im Verhalten entstehen kann.
Neuere Filme: „Frankenstein“ und „The Odyssey“
In Guillermo del Toros „Frankenstein“ von 2025 übernimmt Mia Goth erneut eine Doppelrolle: Sie spielt Elizabeth Lavenza und Claire Frankenstein. Elizabeth ist mit Victors Bruder William verlobt; Claire ist die Mutter der beiden Brüder. Zur Hauptbesetzung gehören Oscar Isaac als Victor und Jacob Elordi als dessen Schöpfung.
Für Fans ihrer Filmografie ist diese Besetzung besonders interessant, weil sie Goth in einer weiteren literarisch geprägten Gothic-Welt zeigt.
2026 folgte Christopher Nolans „The Odyssey“, in dem Goth Melantho verkörpert. Damit erweitert sich ihr Filmangebot um ein großes mythologisches Abenteuer.
Davon zu unterscheiden sind noch kommende Projekte: „Star Wars: Starfighter“ mit Mia Goth ist zum Stand Oktober 2026 für 2027 angekündigt und gehört daher noch nicht zu den bereits veröffentlichten Filmen.
Welcher Mia-Goth-Film passt zu welchem Geschmack?
Die Auswahl hängt weniger von einer vermeintlich objektiven Bestenliste ab als davon, welche Art Film man sucht.
| Du suchst … | Passender Einstieg |
|---|---|
| Eine intensive, zentrale Hauptrolle | „Pearl“ |
| Einen Slasher mit klassischem Spannungsaufbau | „X“ |
| Die Fortsetzung von Maxines Geschichte | „MaXXXine“ |
| Verstörenden Science-Fiction-Horror | „Infinity Pool“ |
| Eine romantische Literaturkomödie | „Emma.“ |
| Anspruchsvolles Weltraumkino | „High Life“ |
| Reduziertes Endzeitkino | „The Survivalist“ |
| Eine Gothic-Literaturverfilmung | „Frankenstein“ |
Fazit
Die Filme von Mia Goth bieten weit mehr als eine Sammlung von Horrorrollen. Besonders deutlich wird ihre Bandbreite im Vergleich zwischen „Pearl“, „Emma.“ und „The Survivalist“: expressive Verzweiflung, zurückhaltende Komik und konzentriertes Überlebensdrama.
Für den Einstieg in ihr bekanntestes Werk empfiehlt sich „X“, gefolgt von „Pearl“ und „MaXXXine“. Wer andere Seiten entdecken möchte, ergänzt „Emma.“ oder „High Life“. So entsteht ein vielseitiger Blick auf eine Schauspielerin, deren Rollen häufig von starken Wünschen, Unsicherheit und ungewöhnlichen Machtverhältnissen geprägt sind.







