Gabriele Kunze Ihr Leben ihre Bücher und ihre Liebe zu Mallorca
Gabriele Kunze war eine deutsche Journalistin, Kulturredakteurin und Buchautorin, die durch ihre langjährige Arbeit für das Mallorca Magazin bekannt wurde. Sie schrieb über die Menschen, Kunst und Traditionen der Baleareninsel und machte deren kulturelle Vielfalt einem deutschsprachigen Publikum zugänglich. Die Deutsche Digitale Bibliothek verzeichnet sie als 1949 in Frankfurt am Main geborene Autorin und Journalistin.
Ihr Name steht für eine Beschäftigung mit Mallorca, die weit über Urlaubstipps hinausreichte. Ihre Bücher erzählen von Geschichte, Landschaften und überlieferten Geschichten; ihre journalistischen Erinnerungen geben Einblicke in mehrere Jahrzehnte Zeitungsarbeit. Dieser Beitrag widmet sich der Mallorca-Autorin, denn unter dem Namen Gabriele Kunze sind auch andere Personen verzeichnet.
Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Gabriele Kunze |
| Geburtsdatum | 30. Januar 1949 |
| Geburtsort | Frankfurt am Main |
| Gestorben | 20. Juli 2025 in Palma de Mallorca |
| Alter beim Tod | 76 Jahre |
| Beruf | Journalistin, Kulturredakteurin, Kolumnistin und Autorin |
| Auf Mallorca wohnhaft | Seit 1980 |
| Bekannt durch | Mallorca Magazin und Bücher über die Insel |
| Auszeichnung | „Europäerin des Jahres“ auf den Balearen, 2004 |
Von Frankfurt nach Mallorca
Nach dem Abitur studierte Kunze einige Semester Anglistik und Romanistik. Mit 25 Jahren eröffnete sie ein Reisebüro in Ratingen. 1974 heiratete sie Giovanni Kunze, der im PR-Bereich von TUI arbeitete. Nach Stationen in Nürnberg und Hannover zog das Paar 1980 nach Mallorca.
Dort war sie zunächst Reiseleiterin und schrieb parallel für touristische Publikationen. Zeitweise leitete sie außerdem den deutschsprachigen Sender Radio Alemán. 1986 begann ihre redaktionelle Mitarbeit beim Mallorca Magazin.
An diesem Werdegang lässt sich nachvollziehen, wie eng Reisen, Sprache und Schreiben bei ihr zusammengehörten. Aus der beruflichen Vermittlung eines Reiseziels entwickelte sich eine dauerhafte journalistische Auseinandersetzung mit dessen Kultur.
Ihre Arbeit beim Mallorca Magazin
Wie der Redaktionsalltag früher aussah, beschrieb Kunze 2021 selbst in einem Rückblick zum fünfzigjährigen Bestehen der Zeitung. Sie schrieb anfangs zu Hause in Puigpunyent auf einer mechanischen Schreibmaschine und brachte ihre Manuskripte nach Palma. Dort wurden die Texte für die Produktion weiterverarbeitet.
Besonders anschaulich schilderte sie die Zusammenarbeit mit dem damaligen Chefredakteur Wolfram Seifert. Ihre Erinnerungen erzählen von intensiven Arbeitstagen, einer wachsenden Zeitung und dem persönlichen Austausch innerhalb einer zunächst kleinen Redaktion.
Begegnungen mit Kunst und Gesellschaft
Zu ihren Gesprächspartnern gehörten nach ihrem eigenen Rückblick unter anderem Peter Ustinov, Ephraim Kishon und Rita Süssmuth. Später konnte sie sich stärker auf Kunst und Kultur konzentrieren. Sie erinnerte sich dabei auch an Begegnungen mit Patti Smith, Daniel Libeskind und Martin Parr.
Diese Bandbreite erklärt, weshalb ihre Arbeit über klassische Reiseberichterstattung hinausging. Interviews und Kulturbeiträge eröffneten einen Zugang zu Menschen, die auf Mallorca lebten, arbeiteten oder künstlerisch in Erscheinung traten.
Für Leser entsteht dadurch ein anderes Inselbild: Ein Ort wird über seine Bewohner, ihre Ideen und ihre Werke verständlich. Sehenswürdigkeiten bilden dabei nur einen Teil der Geschichte.
Welche Bücher schrieb Gabriele Kunze?
Zwei Veröffentlichungen zeigen besonders gut, wie unterschiedlich Kunze sich ihrem wichtigsten Thema näherte: ein großformatiger Bildband und eine Sammlung von Geschichten und Märchen.
„Das große Mallorca-Buch“
2002 erschien „Das große Mallorca-Buch“ im Ellert & Richter Verlag. Die Texte stammen von Gabriele Kunze, die Fotografien von Norbert Kustos. Der Band umfasst 280 Seiten und verbindet Bilder mit ausführlicheren Darstellungen der Insel.
Die damalige Buchvorstellung nennt neben Geschichte und Kultur insbesondere Künstler, Klöster und Gärten als Themen. Damit bietet der Band mehrere Zugänge zu Mallorca: über seine Vergangenheit, seine gestalteten Landschaften und die Menschen, die dort kreativ tätig waren.
Für die Einordnung ihres Werkes ist diese Verbindung aufschlussreich. Fotografien können einen ersten Eindruck vermitteln; erklärende Texte geben dem Gesehenen einen Zusammenhang. Gerade bei historischen Gebäuden oder Gartenanlagen erschließt sich vieles erst durch das Wissen darüber, wie und warum sie entstanden.
Als ältere Veröffentlichung ist der Bildband vor allem ein kulturelles Inselporträt. Für veränderliche Reiseinformationen wie Öffnungszeiten oder Eintrittspreise sind aktuelle Angaben der jeweiligen Einrichtungen erforderlich.
„Mallorca – Geschichten & Märchen“
2013 wurde „Mallorca – Geschichten & Märchen“ vorgestellt. Die Illustrationen fertigte der Schweizer Künstler Rudy Schwizgebel an.
Der Band enthält 20 Geschichten. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um eigene Erfindungen Kunzes: Sie erzählte auch überlieferte mallorquinische Märchen in eigenen Worten nach. Die zeitgenössische Besprechung stellt Bezüge zu den Sammlungen von Erzherzog Ludwig Salvator und Antoni Maria Alcover her.
Tiere, fantastische Gestalten und menschliche Schwächen spielen in den Erzählungen eine wichtige Rolle. Die Geschichten richten sich an Kinder und Erwachsene, wobei sich manche Bedeutung erst älteren Lesern erschließt.
Während der Bildband Mallorca über Ansichten und Sachinformationen zugänglich macht, eröffnet die Märchensammlung einen erzählerischen Zugang. Beide Formen ergänzen sich: Die eine beschreibt eine Insel, die andere zeigt etwas von ihrer Vorstellungswelt.
Warum sie sich mit mallorquinischen Märchen beschäftigte
Märchen sind auch Zeugnisse des Alltags, aus dem sie hervorgegangen sind. In einem Beitrag über mallorquinische Erzähltraditionen erläuterte Kunze, dass die Geschichten die frühere ländliche Lebensweise widerspiegeln.
Sie verwies außerdem auf die fortdauernde Bedeutung von Figuren wie den Dimonis, den Teufelsgestalten, und den Gegants, den Riesen, bei Dorffesten. Damit verband sie überlieferte Erzählungen mit sichtbaren kulturellen Traditionen der Gegenwart.
Dieser Zusammenhang macht ihre Beschäftigung mit Märchen auch für erwachsene Leser interessant. Wer solche Figuren bei einem Fest sieht, kann sie zunächst als farbenfrohe Unterhaltung wahrnehmen. Ihre Geschichten eröffnen eine zusätzliche Bedeutungsebene.
Kunzes Themen lassen sich deshalb auch als Einladung verstehen, genauer hinzuschauen: Welche Erzählung gehört zu einer Figur? Welche Erinnerung steckt hinter einem Brauch? Und was verraten beide über das frühere Leben auf der Insel?

Ruhestand bedeutete für sie keinen vollständigen Abschied
Im August 2014 verabschiedete das Mallorca Magazin seine langjährige Kulturredakteurin offiziell in den Ruhestand. Der Bericht über die Feier würdigte besonders ihre künstlerische Sensibilität und ihre 28-jährige redaktionelle Arbeit.
Zugleich stand bereits fest, dass sie weiterhin für die Zeitung schreiben würde. Ihre damaligen Kollegen beschrieben sie als Ansprechpartnerin für eine große Themenvielfalt – von Kunst und Küche bis zu Kräutern, Kirchen und Klöstern.
Die Unterscheidung zwischen Ruhestand und Ende einer publizistischen Tätigkeit ist bei ihrer Biografie wesentlich. Das Jahr 2014 markiert den Abschluss eines festen beruflichen Abschnitts, nicht das Ende ihres Schreibens.
Ihr Privatleben und ihr Tod
Kunzes Ehemann Giovanni starb 1993. Später lebte sie mit dem englischen Bildhauer David Zisman zusammen, der 2022 verstarb.
Am 20. Juli 2025 starb Gabriele Kunze in der Klinik Son Espases in Palma. Nach Angaben des Mallorca Magazins erlag sie Verletzungen infolge eines Sturzes in ihrem Zuhause. Noch kurz vor dem Unfall hatte sie weitere Kolumnen bei der Redaktion eingereicht.
Welche Gabriele Kunze ist gemeint?
Bei einer Namenssuche ist eine eindeutige Zuordnung wichtig. Die Deutsche Digitale Bibliothek führt neben der Mallorca-Autorin beispielsweise auch eine gleichnamige Augenärztin mit anderen Lebensdaten.
Die Autorin ist dort mit dem Geburtsjahr 1949, dem Geburtsort Frankfurt am Main und dem Werk „Mallorca: Geschichten & Märchen“ verzeichnet. Diese Kombination hilft dabei, bibliografische Angaben der richtigen Person zuzuordnen.
Wer gezielt nach ihren Veröffentlichungen sucht, kann deshalb den Namen um „Mallorca“, „Journalistin“ oder einen konkreten Buchtitel ergänzen.
Fazit
Gabriele Kunzes journalistisches und literarisches Werk eröffnet unterschiedliche Zugänge zu Mallorca. Ihre Erinnerungen erzählen vom Zeitungsmachen, ihr Bildband widmet sich der kulturellen Vielfalt, und ihre Märchensammlung führt in die überlieferte Erzählwelt der Insel. Wer ihre Arbeit kennenlernen möchte, findet in diesen Veröffentlichungen konkrete Ausgangspunkte. Besonders reizvoll ist es, die beschriebenen Orte und Traditionen anschließend selbst mit aufmerksamem Blick zu entdecken.







